Anlagen statt Kunden: warum die Einheit den Unterschied macht
Fast jede Software im Handwerk beginnt beim Kunden. Das ist richtig für Angebote und für Rechnungen, und es geht schief, sobald es um Wartung und Service geht.
Warum der Kunde die falsche Einheit ist
Ein Kunde kann drei Geräte an zwei Adressen haben, mit unterschiedlichen Einbaudaten, Intervallen und Gewährleistungsfristen. Hängt das alles am Kunden, dann steht die Historie durcheinander, sobald das zweite Gerät dazukommt. Und wechselt das Gebäude den Eigentümer, ist sie weg — während die Anlage an derselben Wand hängt.
Was pro Anlage feststehen sollte
- Marke, Typ und Seriennummer.
- Einbaudatum und Gewährleistungsfrist.
- Der Standort im Gebäude. In einem Gewerbeobjekt sucht ein Monteur sonst ewig.
- Wartungsintervall und die letzte Wartung.
- Die vollständige Historie: jede Wartung, jede Störung, jedes getauschte Teil.
Die Seriennummer über ein Foto des Typenschilds erfassen spart nicht nur Zeit, es verhindert Tippfehler — und eine falsche Seriennummer merkt niemand, bis ein Ersatzteil bestellt werden muss.
Die Historie ist mehr wert als die Stammdaten
Stammdaten sagen Ihnen, was da hängt. Die Historie sagt Ihnen, was damit los ist. Gibt dasselbe Gerät in zwei Jahren dreimal dieselbe Störung, dann haben Sie kein Anlagenproblem sondern ein Typenproblem — und das ist eine Information, die Ihre Einkauf- und Angebotsentscheidungen verändert. Sie sehen sie nur, wenn jemand die Störungen an derselben Stelle aufgeschrieben hat.
Anfangen ohne eine Woche am Bildschirm
Der Reflex ist, erst den ganzen Bestand zu erfassen — siehe Wartungssoftware — und genau daran scheitert es. Lassen Sie den Monteur bei jedem Besuch eine Anlage anlegen, wo er ohnehin schon davor steht: Foto vom Typenschild, Seriennummer dazu, in zwei Minuten fertig. Nach einem Wartungszyklus ist der Bestand vollständig, und niemand hat einen Tag am Rechner verloren.
Was daraus folgt
Im Juni sehen Sie, welche Geräte im Herbst dran sind, und bündeln sie nach Postleitzahl. Ihr Monteur sieht vor Ort, was beim letzten Mal war, auch wenn damals jemand anderes da war. Und keine Wartung fällt aus, weil sie in jemandes Kopf stand.
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