Baustellendokumentation: einmal festhalten, dreimal benutzen
Fast jede Diskussion über einen Mangel dreht sich um den Zustand vorher. War der Untergrund schon rissig, stand die Wand schon schief, war das Leitungsstück schon marode? Wer zwei Aufnahmen vor Beginn hat, führt diese Diskussion nicht.
Was festzuhalten sich lohnt
- Der Zustand vor Beginn — auch und gerade das, was nicht Ihr Gewerk betrifft.
- Maße, mit dem Bezugspunkt dazu. "6,5 m" ohne "von der Regenrinne" ist in vier Wochen wertlos.
- Absprachen mit dem Kunden, in einem Satz. "Der Kunde räumt den Kübel selbst weg" spart einen halben Tag.
- Was verdeckt wird, bevor es verdeckt wird.
- Der Zustand bei Übergabe.
Dieselbe Aufnahme, dreimal
Beim Aufmaß entstanden, im Angebot wiederverwendet, und Wochen später in der App des Monteurs, der es baut. Das ist der eigentliche Gewinn: nicht die Ablage, sondern dass dieselbe Information dreimal Arbeit spart. Der Kunde sieht im Angebot seine eigene Fassade statt eines Standardtextes, und der Monteur weiß, was vereinbart wurde, auch wenn er im Juli nicht dabei war.
Ohne Netz, sonst wird es nicht benutzt
Auf dem Dach, im Keller und im Neubau ohne Anschluss ist der Empfang schlecht. Eine App, die dort stehen bleibt, wird an genau den Orten nicht benutzt, an denen sie gebraucht wird — und dann steht die Dokumentation wieder auf Papier. Alles, was vor Ort erfasst wird, muss auf dem Gerät bleiben und von selbst nachgeschickt werden.
Wer sieht was
Nicht jede Aufnahme gehört zum Kunden. Ein Foto von einer Beschädigung, die ein anderes Gewerk verursacht hat, ist intern nützlich und im Protokoll unpassend. Was mitgeht und was nicht, sollte je Foto einstellbar sein — das wird wichtig, sobald mehrere Leute an einem Auftrag arbeiten.
Ist das ein Bautagebuch?
Was hier beschrieben wird, hält fest was erfasst wurde, mit Datum und Person. Ob das den Anforderungen an ein Bautagebuch in Ihrem Vertrag genügt — und ob Ihr Vertrag überhaupt eines verlangt — steht dort und nicht hier: [PLACEHOLDER]
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